10.08. – 22.09.2019

Wolfgang Zät

Freitag, 9. August 2019, 19.00 Uhr
Vernissage

Samstag, 31. August 2019, 11.00 bis 19.00 Uhr
KUNSTHOCH Luzern. Gemeinsamer Aktionstag der Luzerner Ausstellungsräume und Galerien
13.30 / 15.30 / 17.30 Uhr: Kurzführungen mit Wolfgang Zät & Michael Sutter

Sonntag, 22. September 2019, 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Finissage
15.00 Uhr: Künstlergespräch mit Kurator & Künstler

über die ausstellung

Wolfgang Zät – der erstmals seine Werke in der Zentralschweiz ausstellt – ist ein passionierter Zeichner, Maler, Holz- und Linolschneider, Radierer und Drucker. Seine bevorzugte Technik ist der Hochdruck. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die unbearbeiteten Partien der Platte die Druckfarbe aufnehmen und dunkel auf dem Papier abdrucken, während alle ausgeschnittenen Linien und Flächen hell bleiben. Das dominante Schwarz kontrastiert mit den weissen Flächen des unbedruckten Papiers, was einen imposanten Rhythmus von Linien und Strukturen erzeugt.

In der Kunsthalle Luzern zeigt Wolfgang Zät eine Auswahl seiner monumentalen, abstrakten Linolschnitte. Für gewisse Arbeiten benötigt der Künstler über ein Jahr Vorlaufzeit für die Herstellung der Druckplatten, bevor er sie auf das handgeschöpfte Japanpapier drucken kann. Diese Vorarbeit erfordert viel Fingerspitzengefühl und Entscheidungsfreudigkeit; wenn eine Linie mal gesetzt ist, lässt sie sich nicht mehr retouchieren. Die zeichnerische Struktur bei den Arbeiten von Wolfgang Zät besteht aus Geflechten von ineinander verschlungenen Linien und Flächen, die an abstrakte Landschaftsdarstellungen erinnern. Man glaubt in ein undurchdringliches Dickicht eines Waldes zu blicken oder in die unendliche Weite einer urwaldartigen Landschaft. Dabei interessiert sich Wolfgang Zät für den schmalen Grat zwischen den Bereichen des Gegenständlichen und des Ungegenständlichen. Er changiert vor allem innerhalb des spannungsreichen Verhältnisses von Flächigkeit und Räumlichkeit, was je nach Abstand der Betrachter*innen eine unterschiedliche Wirkung erzielen kann. In einem zeitaufwändigen und autodidaktisch entwickelten Herstellungsprozess druckt der Künstler die Linolschnitte in seinen Ateliers in Bern und Cortébert.

Als visueller Ankerpunkt dient die farbige Ölmalerei auf Leinwand, die kurz vor Ausstellungsbeginn entstanden ist. Zehn Tage verbrachten Wolfgang Zät und Alexander Jaquemet im Französischen Jura Gebiet – in der Region Bourgogne-Franche-Comté – inmitten der wilden Felsschlucht Georges de Nouailles. Dort, wo sich die Quelle der Loue befindet, die sich über Jahrhunderte in die Kalkfelsen grub, haben die beiden Kunstschaffenden quasi Rücken an Rücken und mit je einer identischen weissen Leinwand die eindrückliche Landschaft malerisch festgehalten. Die farbige Malerei tritt in der Ausstellung in einen Dialog mit den kontrastreichen Hell/Dunkel Linolschnitten und gibt einen Einblick in die Zät’sche Vorgehensweise bei der Linienführung und Formfindung, die wiederum Rückschlüsse auf die Fertigung der Linolschnitte zulässt.

Im Kabinett der Kunsthalle Luzern wird eine mittelformatige Arbeit sowie eine Serie gerahmter, kleinformatiger Linolschnitte präsentiert. Es handelt sich um filigrane Kompositionen, deren zeichnerischen Strukturen neuartige Bildräume öffnen, sodass die monochromen Druckarbeiten auch im Kleinformat einen faszinierenden Eindruck von räumlicher Tiefe generieren. (Text: Michael Sutter, 2019)

Wolfgang Zät (*1962, Vinelz, Kanton Bern) arbeitet vornehmlich im Bereich der Druckgrafik und der Malerei. In seiner künstlerischen Ausbildung erlernte Wolfgang Zät die Techniken der Lithographie (bei Richard Steffen, Langenthal Bern), Bildhauerei (bei Peter Travaglini, Büren a. A. und bei Jürg Häusler, Basel) sowie Malerei bei Claude Yvel in Paris. Mit 23 Jahren gewann Wolfgang Zät das Stipendium der Kiefer-Hablitzel-Stiftung sowie mehrfach die Förderpreise der Anderfuhren-Stiftung. Im Jahr 2008 erhielt er den Grafikpreis der ETH Zürich sowie im Jahr 2018 den Kunstpreis für Malerei Prix Maude Mottier. Im Jahr 2013 bekam Wolfgang Zät das Atelierstipendium des Kantons Bern in der Cité Internationale des Arts in Paris. Seine Arbeiten waren bisher in zahlreichen Ausstellungen vertreten, u.a. Triennale in Grenchen, Impressionen im Kunsthaus Grenchen, Musée des Beaux-Arts Le Locle, Kornhausforum Bern, Kunstmuseum Reutlingen. Wolfgang Zät lebt und arbeitet in der Stadt Bern (Eymatt) und in Cortébert (Berner Jura).

ausstellungskarte

Wolfgang Zät

presseinformation

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