07.06. – 28.07.2019

Affentranger–Braun–Stalder

Donnerstag, 6. Juni 2019, 19.00 Uhr
Vernissage
Einleitende Worte zur Ausstellung: Michael Sutter, Leiter Kunsthalle Luzern

über die ausstellung

Mit Kathrin Affentranger, Anja Braun und Monika Stalder werden die drei Künstlerinnen in der Kunsthalle Luzern zum ersten Mal gemeinsam innerhalb einer Ausstellung präsentiert. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt, das drei visuell und konzeptuell eigenständige Positionen in einem Raum vereint. Die drei Künstlerinnen – die aktuell vor allem national (und vereinzelt auch international) sehr präsent sind – haben neue, raumspezifische Arbeiten für die Kunsthalle Luzern entwickelt. Im Vorfeld standen alle in einem steten Dialog über die inhaltliche Ausrichtung der Ausstellung und sind frei dem Motto ‚Ich höre deine Bilder‘ gefolgt. Das Resultat – die Kunsthalle als atmosphärischer Wahrnehmungsraum – entwächst aus Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen innerhalb ihrer individuellen künstlerischen Interessen, die sich an der Schnittstelle von Musikalität, Rhythmik, Permutation und Schichtungen befinden.

Kathrin Affentranger (*1987 in Wolhusen, lebt und arbeitet in Zürich) beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Fragestellungen bezüglich Raum, Volumen, Perspektive, Orientierung und Gleichgewicht. Ihre meist aus rohen Alltagsmaterialien – Holz, Metall, Ton, Plastik, Papier – gefertigten Objekte evozieren beim Betrachter ein Spannungsverhältnis zwischen Fläche und Raum, Prekarität und (Schein)funktionalität. Für die Ausstellung in der Kunsthalle Luzern hat Kathrin Affentranger in Zusammenarbeit mit dem Musiker David Meier eine Klanginstallation aus Keramikobjekten und Sound entwickelt. Konzeptuell beschäftigt sich die Arbeit – skulptural sowie musikalisch – mit den kombinatorischen Möglichkeiten von Permutation und dem Zusammenspiel von Repetition, Überlagerung und Verschiebung.

Die segmentierten Wände der Kunsthalle Luzern stehen im Fokus von Anja Braun (*1985 in Freiburg im Breisgau, lebt und arbeitet in Basel). Sie konzipiert für die gemeinsame Ausstellung eine vierteilige Sequenz von monumentalen, pigmentierten Wandmalereien. Dabei orientiert sie sich an der rohen Materialanwendung und erzeugt die prägnante Farbigkeit über die Materialität der Pigmente Miloriblau, Irgazin Rot, Eisenoxidschwarz, Caput Mortuum und Nickeltitangelb. Visuell orientiert sie sich an digitalen Oberflächen und Fenstern, deren streng geometrischen Kompositionen in Kontrast zu den verwendeten Materialien stehen. Für die Umsetzung wird Anja Braun mit dem Kirchenmaler Armin Metz zusammenarbeiten. Die Arbeit ist eine ephemere Installation, die nach der Ausstellungsdauer wieder entfernt wird.

Auch Monika Stalder (*1981 in Sumiswald, lebt und arbeitet in Zürich) arbeitet konzeptorientiert und betreibt einen objekthaften Umgang mit der Malerei, wobei das serielle Arbeiten hinsichtlich von Dualität, Wiederholung und Spiegelung geprägt ist. In ihrer Arbeitsweise erzeugt Monika Stalder immer wieder atmosphärische Wahrnehmungsräume, die anhand komplexer, wissenschaftlich orientierter Themenfelder gestaltet sind. Ihre grossformatigen Druckfarbe- und Ölmalereien auf Baumwolle werden freistehend und aneinander gelehnt den Hauptraum bestücken und mit den Wandmalereien von Anja Braun und den Keramikobjekten von Kathrin Affentranger in einen Dialog treten. Es handelt sich bei Monika Stalders Arbeiten um eine Weiterführung ihrer Werkserie XIII MOONS und XIII moons, die sich visuell mit der Konstitution des Universums und des Mondes beschäftigt. Der malerische Prozess der tiefschwarzen Flächen unterliegt einer zeitaufwändigen und vielschichtigen Arbeitsweise, während die Oberfläche des Mondes auf einer irreparablen und unkontrollierbaren Wasser-Technik auf der rohen Baumwolle basiert.

ausstellungskarte

Affentranger–Braun–Stalder

presseinformation

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