16.10.-13.12.2020
Die dunkle Seite des Löwen – The dark side of the lion
über die ausstellung
Das Projekt Löwendenkmal 21 der Kunsthalle Luzern steht mit der Ausstellung «Die dunkle Seite des Löwen – The dark side of the Lion» vor seinem diesjährigen Höhepunkt. Eine Schutthalde als dystopische Paraphrase des Löwendenkmals, das Söldnertum, Streetart, Privilegien, Diskriminierungen und militarisierter Naturschutz stehen im Zentrum der Kontextualisierung des Denkmals.
Im Zuge der Black Lives Matter-Bewegung ist die Debatte um Denkmäler und ihrem Beitrag zur Erinnerungsordnung wieder aufgeflammt, denn auch sie haben zur kollektiven Verankerung herrschender Machtstrukturen und Ungleichheiten beigetragen, was mit den Folgen der Pandemie in den Gesellschaften Widerstand und Proteste auslöste. Vor diesem Hintergrund ist vom 16. Oktober bis 13. Dezember 2020 unter dem Titel «Die dunkle Seite des Löwen – The dark side of the Lion» eine engagierte Ausstellung in der Kunsthalle Luzern zu sehen. Die Ausstellungsfläche wird von den Künstlern Jeremias Altmann und Andreas Tanzer im Sinne einer dystopischen Paraphrase in eine Schutthalde – in die «Höhle des Löwen» – verwandelt. In und rund um dieses Bild der Verwüstung finden sich zehn weitere künstlerische Positionen, die eigens für das Projekt geschaffen wurden. Zwölf junge wie arrivierte, lokale, nationale und internationale Künstler*innen spannen ein weites Themenspektrum: Streetart, Söldnertum, Lockdown, Privilegien, Diskriminierungen, militarisierter Naturschutz, Wildtierhandel sowie der Zerstörung von Habitaten werden als Vermächtnis des Löwen künstlerisch reflektiert.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein interessantes Rahmenprogramm für alle Altersgruppen. Unter anderem diskutiert eine prominent besetzte Expert*innenrunde über die kolonialen Verstrickungen der Schweiz (29. Oktober), wird eine Augmented Revolution Experience (ARE) der Forschungsgruppe Visual Narrative Hochschule Luzern Design & Kunst direkt vor dem Denkmal die französische Revolution wieder aufleben lassen (Revive la révolution!, 31. Oktober) und Monika Ernst wird für Kinder ab sechs Jahren «Löwenmärchen» lesen, die sie eigens für L21 geschrieben bzw. illustriert hat (25. Oktober und 15. November). Aber auch die Bevölkerung ist gebeten mitzutun: das Lichtspiel – Kinemathek Bern möchte privates Filmschaffen ans Licht holen und ladet dazu ein, Super8-, Normal 8-, 9.5mm- oder 16mm-Filme vom Dachboden und aus den Schränken zu holen. Schliesslich hat Lexy Ottwald eine Jubiläumsmünze mit dem Luzerner Löwen und der Aufschrift «Sold – was bist du bereit für Geld zu tun?» in der Anzahl der 1'152 involvierten Schweizer Söldner beim Tuileriensturm produziert, die als take-memories-home-Stück mitgenommen werden können, sofern die eingeprägte Frage einer Antwort zugeführt wird.
Künstler*innen Ausstellung
«Höhle des Löwen», Jeremias Altmann & Andreas Tanzer
«la prise» [nehmen], Paul Busk
«make memories a home» | «lost in a conversation» | «manchmal sinnlos», Olga Georgieva
«J’ai des privilèges, donc je peux», Jeanne Jacob & Mirjam Ayla Zürcher
«Löwenritt», Barbara Kiener
«Ombudsmann Stencil», Christian Löffel
«Der Löwe, die Gardisten und Ich – eine Kartographie des Denkens», Deborah Luder
«The Lion’s Lockdown», Barbara Hennig Marques & Olivia Lecomte
«HOW WE MIGHT BE», Claudia Schildknecht
Künstler*innen Rahmenprogramm, Partizipation, Aktion
«Löwenmärchen», Monika Ernst
«The Angels of Zurich», Lecture Performance, Sophie Germanier
«Sold-Was bist du bereit für Geld zu tun?», Lexy Ottwald
Partner*innen, Gäste Rahmenprogramm
«Der Alltag des Löwen – privates Filmschaffen ans Licht geholt» und «Dunkle-Seite- Schleifenfilm», Lichtspiel Kinemathek Bern
«Revivre la révolution! – Augmented Revolution Experience (ARE)», Forschungsgruppe Visual Narrative der Hochschule Luzern – Design & Kunst
«Wie wollen wir mit kolonialen Denkmälern umgehen?», Nina Emge, Jovita dos Santos Pinto, Sally Schonfeldt, Yvonne Wilhelm, Moderation: Max Heinrich
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Fotos von: Kilian Bannwart